Plan B Wintersonnenwende Tour mit ausreichend Schnee und Gipfelaussicht

Wildstrubel Mittelgipfel statt Mauerhorn – Plan B Wintersonnenwende Tour mit ausreichend Schnee und Gipfelaussicht

16 km | ca. 1.100 hm | 4h 15 min Bewegung | 6h Gesamtdauer

Geplant war ursprünglich eine landschaftlich wunderschöne Skitour auf das Mauerhorn im Lötschental. Doch ein Blick auf die aktuellen Schneehöhenkarten – und die Bestätigung beim Tourenleiter-Fortbildungstag am Tag zuvor auf der Lauchernalp – zeigten: Zu wenig Schnee im unteren Bereich, weite Strecken wären zu Fuß zurückzulegen gewesen. Keine idealen Bedingungen für eine Skitour. Kurzerhand wurde Plan B aktiviert: Statt ins Lötschental ging es ins benachbarte Tal – nach Leukerbad.

Mit dem Magic Pass im Gepäck war die Gemmi-Bahn inkludiert – ein logistischer Vorteil. Von dort aus sollte es auf den Wildstrubel Mittelgipfel (3.243 m) gehen. Früh morgens machten wir uns zu dritt auf den Weg aus Saas-Fee, Saas-Almagell und Saas-Grund. Schon bei der Fahrt durchs Saastal wurden einige Stoßgebete Richtung Himmel geschickt: Die Prognose meldete wechselhaftes Wetter mit auffrischendem Wind.

Mit der ersten Bahn erreichten wir das Hochplateau auf der Gemmi – ein beeindruckender Startpunkt. Zügig ging es übers flache Terrain, vorbei an zahlreichen Eisfällen, in Richtung Gipfel. Die Schlüsselstelle des Tages ließ nicht lange auf sich warten: eine steile Passage, die volle Konzentration und saubere Spitzkehren erforderte. Während einige andere Skitourengeher hier abschnallten, wurde sie von unserem Splitboarder souverän gemeistert – Respekt!

Danach öffnete sich das Gelände, und trotz des stärker werdenden Windes (böig bis 40 km/h) zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite: Sonne, klare Sicht und ein eindrückliches Spiel aus Wolken und Blau. An Schnee mangelte es hier jedenfalls nicht – zahlreiche Einfahrten in die umliegenden Hänge lachten uns verführerisch entgegen.

Vor dem letzten Anstieg aufs vergletscherte Gipfelplateau legten wir Hochtourengurte an und zogen unsere Hardshells gegen den Wind über. Kurz vor dem Gipfel zog ein Tourengeher einsam und sehr (!) zügig an uns vorbei – wahrscheinlich im Training für die PDG.

Oben am Mittelgipfel begrüßte uns das vereiste Kreuz, überzogen mit 5 cm dickem Raureif. Die Aussicht war fantastisch: Der Alpenhauptkamm hüllte sich mystisch in Wolken, während aus dem Norden das Juramassiv wie eine Insel aus dem Nebelmeer ragte.

Die Abfahrt war ein Genuss: Der breite Gipfelhang bot überraschend weichen, wenn auch alten Schnee – griffig und genau richtig für große Schwünge. Die Gesichter sprachen Bände. Danach hieß es traversieren, schieben, abrutschen über die Schlüsselstelle und das Hochplateau zurück zur Gemmi mit Fellen laufen.

Zum Abschluss trafen wir zufällig auf eine bekannte Wintertourenleiterin des SAC Saas – inklusive Partner und Hund, der entspannt im Rucksack mitreiste. Bei einem verdienten Apero im Gemmi-Restaurant mit Panoramablick ließen wir diesen gelungenen Ersatztourentag stimmungsvoll ausklingen. Manchmal ist Plan B eben mehr als nur ein Ersatz.

Daten zur Tour:

Start: Gemmipass (2.350 m)

⛰️ Ziel: Wildstrubel Mittelgipfel (3.243 m)

Höhenmeter: ca. 1.100 hm

Distanz: ca. 16 km

⏱️ Reine Gehzeit: 4 h 15 min

Gesamtdauer: ca. 6 h

Tourenleitung Angela
Bericht Lukas
Fotos Alle
Teilnehmende Lukas, Dennis