Ersatztour, statt Grubenalp
Tag 1
Wiler – Lauchernalp – Hockenhorngrat – Elwertätsch (3’207 M.ü.M.) – Blatten
Während in den Südtälern des Wallis der Schnee spärlich fällt oder immer noch auf sich warten lässt, hat der nördliche Alpenkamm gerade erst 20 cm Neuschnee erhalten. Auf der Suche nach frischem Pulver wurde das geplante Grubenalp-Wochenende kurzerhand in den Norden verlegt.
Treffpunkt: 08:15 Uhr an der Talstation der Lauchernalp-Bergbahnen in Wiler. Den grossen Teil des Aufstiegs erledigten wir bequem mit der Bahn. Vom Hockenhorngrat, der Bergstation der Gletscherbahn, ging es zunächst ein kurzes Stück über die frisch präparierte Piste hinunter zum Startpunkt am Pistenrand – auffellen und los!
Nach 90 Minuten und rund 450 Höhenmetern gemütlichen Aufstiegs erwartete uns eine spektakuläre 1’600-Höhenmeter-Abfahrt runter nach Blatten. Oben am Gipfel wehte ein kräftiger Wind. Dementsprechend war der Schnee schon ein wenig verblasen, doch wenig später fanden wir feinsten Pulverschnee – ein Traum!
Ab 2’700 m ü. M. waren die Südhänge bereits leicht gedeckelt, weshalb wir uns schattige Ost- und Nordhänge suchten. Das Gelände war verspielt und abwechslungsreich: kupierte Passagen, Felsen und Wechten zum Springen, dazu einige steilere Hänge im Mittelteil der Abfahrt. In Dorfnähe zeigten sich die Südhänge bereits aper, sodass wir die letzten Meter zu Fuss zurücklegten.
Nach einer kurzen Kaffeepause trennten sich unsere Wege: Adi und Sabine verabschiedeten sich, während Dennis und Claudio weiterzogen – erst zur Lötschentaler Fastnacht und später noch einmal mit der Bahn hoch zum Hockenhorngrat, um schliesslich über die Pistenfahrzeug-Trasse zur Lötschenpasshütte zu gelangen.
Tag 2
Von der Lötschenpasshütte über das Ferdenrothorn nach Leukerbad
Nach einer mehr oder weniger ruhigen Nacht in der Lötschenpasshütte starten wir den Tag um 6:00 Uhr mit einem kräftigenden Frühstück. Draussen ist es noch dämmerig, doch der Himmel verspricht einen perfekten Tourentag. Die Vorfreude auf die bevorstehende Abfahrt lässt die Müdigkeit schnell verfliegen.
Um 6:45 Uhr schultern wir unsere Rucksäcke, schnallen die Skier an und machen uns auf den Weg Richtung Ferdenrothorn. Nach einer Viertelstunde erreichen wir die Wandflüa, wo uns traumhafter Pulverschnee erwartet. Die erste Abfahrt des Tages ist ein voller Genuss: geschmeidige Schwünge in federleichtem Schnee, ein perfekter Start in das Abenteuer.
Die Sonne steigt höher, und die Gipfel um uns herum erstrahlen in ihrem schönsten Morgenlicht. Der Aufstieg verläuft reibungslos, die Spur ist gut angelegt, und wir kommen zügig voran. Gegen 9:00 Uhr legen wir eine kurze Pause auf dem Ferdenpass ein, trinken etwas und sammeln Kräfte für den letzten Anstieg.
Um 9:45 Uhr stehen wir auf dem Ferdenrothorn auf 3180 m ü. M. und sind beeindruckt vom Panorama, das sich vor uns ausbreitet. Von den Viertausendern der Vispertäler bis hin zum Mont-Blanc-Massiv reicht der Blick – eine Szenerie, die uns für die Anstrengungen des Aufstiegs mehr als entschädigt. Nach einer kurzen Rast fahren wir entlang unserer Aufstiegsspur ins Tal der oberen Färda ab. Die Bedingungen könnten nicht besser sein: makelloser Schnee, traumhafte Schwünge.
Gegen 10:00 Uhr fellen wir erneut an und steigen zurück auf den Ferdenpass. Diesmal hat Claudio eine besondere Abfahrt im Auge: noch unbefahrene Hänge, durchsetzt mit einigen Felsbändern. Gekonnt führt er mich durch die Felsabsätze, und wir geniessen die anspruchsvolle, aber unglaublich lohnende Abfahrt. Der Schnee ist weiterhin erstklassig, und wir gleiten wie auf Wolken zur Fluealp hinunter. Von dort geht es weiter talauswärts Richtung Leukerbad, wo wir um 11:30 Uhr ankommen.
Müde, aber glücklich, lassen wir die Tour mit einem wohlverdienten Bier ausklingen. Ein perfekter Tag in den Bergen – mit traumhaften Abfahrten, bester Gesellschaft und unvergesslichen Eindrücken.
Tourenleitung | Claudio |
Bericht Tag 1 | Adi |
Bericht Tag 2 | Dennis |
Fotos / Movies | Alle |
Teilnehmende | Adi, Dennis, Sabine |